ONLINE-Bundeskonferenz: Vier Impulse aus der Gemeindepraxis

Was ist nötig für die Gemeinden des BFP in einer Zeit wie dieser? Dazu nehmen während der beiden Konferenztage vier Pastoren aus der Praxis Stellung. Das Format ist einheitlich ein halbstündiger Vortrag. Hier die ersten zwei im Zeitraffer:
Andy Sommer: Struktur und Wesen unverändert
„Auch wenn sich die Situation verändert hat, so bleibt der Auftrag unverändert. Die beste Zeit liegt noch vor der Kirche.“ Diese Ansicht vertritt Andy Sommer (hoop-Kirche Bremen) in seinem Vortrag, in dem er zunächst einmal die verschiedenen Phasen beleuchtet, die die Gemeinden während Corona durchlaufen haben.
„Zunächst einmal waren wir begeistert über die hohen Klickzahlen, die unsere Angebote im Internet erzeugt haben“, konstatiert der Bremer Pastor. Gleichzeitig beschreibt er aber auch die Ernüchterung, die sich breit gemacht habe, nachdem zur „Wiedereröffnung“ der Gottesdienste nur etwa 35% der ursprünglichen Besucher gekommen seien. Ebenso habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es im Internet ja eben nicht nur die eigene Kirche gäbe und das Angebot nicht nur um 10 Uhr morgens abrufbar sei, sondern passgenau zum eigenen Leben.
Wir müssen uns auf eine veränderte Erreichbarkeit einstellen. Gleichzeitig könnten digitale Angebote aber auch ein „Superspreader“ für das Evangelium sein, so Sommer.
Lothar Kraus: Mehr über den Zweck als über die Mittel nachdenken
„Das haben wir immer schon so gemacht!“ Lothar Krauss (Kirche im Brauhaus, Gifhorn) beginnt mit den seiner Ansicht nach „letzten Worten einer sterbenden Kirche“. In seiner messerscharfen analytischen Art beschreibt er, wie eine Gemeinde relevant sein kann. Dazu nennt er drei Fokuspunkte und drei Schritte. „Relevanz ist nicht abhängig von Musikstil und Lautstärke, sondern misst sich an der Bedeutsamkeit und Wichtigkeit für Gott und für die uns umgebende Kultur.
Heimkommen – Neu werden – Hingehen
Nach Ansicht des Gifhorner Pastors, der während seines Vortrags den Veränderungsprozess der FCG Gifhorn zur „Kirche im Brauhaus“ beschreibt, sind die Fokuspunkte einer Gemeinde, dass Menschen heimkommen sollen, Christen neu werden sollen und dann den Auftrag der Sendung wahrgenommen wird: Christen sollen hingehen und gute Werke tun.
Menschen – Auftrag – Zweck
„In uns, dann durch uns!“ beschreibt er den ersten Schritt des Prozesses, der von innen nach außen gehen muss. Dabei stehen Menschen im Fokus. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ Außerdem muss eine Gemeinde auftragsorientiert, nicht bedürfnisorientiert sein. Wie ist es, wenn mein Bedürfnis im Vordergrund steht? „Das ist, wie wenn ein Opa meckert, weil das Enkelkind im Mittelpunkt steht.“ Und wir müssen uns immer wieder über den Zweck einer Gemeinde Gedanken machen: Manchmal diskutieren wir zu viel über Mittel, weil uns der Zweck nicht klar ist.
Die Vorträge sind auf YouTube.bfp.de weiterhin anschaubar. (up)
