Studientag des BFP beleuchtet biblische Grundlagen und Entwicklungen
Mitgliedschaft in der Gemeinde unter der Lupe

Erzhausen (da) - Am 29. März fand in Erzhausen erneut ein theologischer Studientag statt. Eingeladen hatte der Theologische Ausschuss des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) in Zusammenarbeit mit dem Theologischen Seminar Erzhausen (TSE) und dem Forum Theologie & Gemeinde. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Frage, wie sich Mitgliedschaft in der Gemeinde biblisch einordnen lässt und wie sich das Verständnis davon innerhalb der Pfingstbewegung - insbesondere in Deutschland - entwickelt hat. Grundlage des Studientags war die im vergangenen Herbst veröffentlichte "Handreichung des Präsidiums des BFP zu Rechten, Pflichten und Verantwortung der Gemeindeglieder".
Moderiert wurde der Tag von Mathias Nell, Dozent und Studienleiter am TSE sowie Mitglied im Theologischen Ausschuss. Aufgrund kurzfristiger Ausfälle übernahm er zusätzlich das erste Referat zum Thema "Das Wesen der Gemeinde im Neuen Testament". Darin machte er deutlich, dass Gemeinde sich nicht primär als Rechtskörper versteht, sondern als Dienstgemeinschaft. Nach neutestamentlichem Verständnis bedeutet geistliches Wachstum auch ein Zuwachs an Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitverantwortung.

Im zweiten Vortrag sprach Marc Strunk, ebenfalls TSE-Dozent und Ausschussmitglied, aus systematisch-theologischer Perspektive über die Kennzeichen der Kirche: Welche Heilzeichen und Dienstgaben gibt es? Taufe, Abendmahl, Geistestaufe und andere Zeichen machen für ihn die Nachfolge Jesu konkret und körperlich erfahrbar. Besonders warb er dafür, das Abendmahl bewusst als verbindendes Element der Gemeinde zu gestalten - mit seelsorgerlichem Potenzial.
Historische Einblicke gab Dr. Bernhard Olpen, Dozent am TSE und Leiter des Theologischen Ausschusses, im dritten Referat. Er zeichnete nach, wie die Pfingstbewegung ursprünglich stark basisdemokratisch geprägt war, sich aber im Lauf der Zeit unter externem Einfluss verschiedene Modelle von Leitung und Mitbestimmung herausbildeten. Heute dominieren in westlichen Kontexten synodale Ansätze, während in Teilen des globalen Südens eher episkopale Strukturen vorherrschen.

Am Nachmittag wurde die Handreichung des Präsidiums vorgestellt, ergänzt durch Praxisbeispiele aus BFP-Gemeinden. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit der Möglichkeit zur Beteiligung für alle Teilnehmer.
Rund 50 Personen waren in Erzhausen anwesend, über 100 weitere nahmen digital teil. Die Beiträge des Studientags sind auch schriftlich erschienen: "Wohin mit den Mitgliedern?" (Theologie Heute, Band 6).